BIB eröffnet mit Musik und Prominenz
© Berufsbildende Schulen Syke
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BIB eröffnet mit Musik und Prominenz
In Deutschland geht es uns "besser als den allermeisten Menschen auf der Erde. Aber wir müssen viel dafür tun, damit es auf Dauer auch so bleibt", sagte Wolfgang Bosbach als Abschluss seiner Rede zur Eröffnung der 21. Berufsinformationsbörse (Bib) an den BBS Syke. Damit fasste er vor einem prall gefüllten Saal im Syker Theater den Kern dessen zusammen, wofür die Bib steht.
Als Erster betrat der zwölfjährige Bjarne die Bühne und begrüßte alle Anwesenden. Wer er ist, behielt er ganz bescheiden für sich. "Ich liebe es zu singen", sagte er einfach nur. Erst im Anschluss an seine musikalische Darbietung erklärte Schulleiter Carsten Hoppe, dass Bjarne schon eine gewisse Berühmtheit sei. Er war nämlich Halbfinalist bei "The Voice Kids" und trat vor zwei Jahren beim Jugend-Eurovision Song Contest auf. Für seine insgesamt vier Lieder erntete er tosenden Applaus – eine Karriere im Musik-Business scheint für ihn eine valide Karriereoption zu sein.
Für Schüler, die mit weniger musikalischem Talent gesegnet sind, gibt es unter anderem die duale Ausbildung. Denn Deutschland ist bekanntlich ein rohstoffarmes Land. Das merkte auch Bosbach an und forderte: "Die wichtigste Investition ist die in die Köpfe unserer Kinder. Bildung, Bildung, Bildung – das ist unsere einzige Ressource!" Nur so könne Deutschland dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Der sich mittlerweile überall zeige, wie er an einem Beispiel verdeutlichte: "In Köln haben kürzlich Bankräuber statt eines Geldautomaten einen Kontoauszugsdrucker gesprengt."
Schulleiter Carsten Hoppe betonte bei seiner Anmoderation, warum es ausgerechnet der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete aus dem Rheinland ist, der diese Veranstaltung, die "ein fester Bestandteil der BBS" ist, eröffnet. Denn die Bib stehe für Information, Begegnung und vor allem für Chancen. Für Weiterbildung, Umorientierung und die Möglichkeit, sich neu zu verwirklichen.
All das habe Bosbach gemacht, dessen beruflicher Werdegang keinesfalls geradlinig verlief. Nach einer Lehre im Einzelhandel machte der 73-Jährige seinen Betriebswirt, leitete einen Supermarkt, holte sein Abitur nach und absolvierte danach ein Studium der Rechtswissenschaften. "Er steht für Aufstieg durch Bildung, für lebenslanges Lernen und für die Offenheit des Bildungssystems für Menschen, die Verantwortung übernehmen", so Hoppe.
Bosbach bedankte sich für "die netten Worte zu meiner Person" und scherzte: "Ich hätte Ihnen noch stundenlang zuhören können." Und an Scherzen mangelte es in den Ausführungen des Mannes, der seit 54 Jahren in der Politik aktiv ist, nun wahrlich nicht. Er unterhielt sein Publikum bestens, erntete einige Lacher – aber noch viel mehr erntete er zustimmenden Applaus, wenn er etwas ernster wurde. Im Leben treffe man unfassbar viele Entscheidungen. Nicht alle davon seien auch gleich fundamentale, so der Christdemokrat. Doch die Entscheidung, welchen Berufsweg man einschlägt, sei definitiv eine solche. Im Kern gehe es dabei um Vertrauen. Das Vertrauen des Ausbilders in seine Azubis, und das Vertrauen der Azubis, dass sie bei ihrem Arbeitgeber eine gute Ausbildung erfahren werden.
Durch Noten allein gehe so etwas nicht, weiß Bosbach. Darum plädierte er an die Betriebe, die sich auf der Bib vorstellen, die ausstellen und nach jungen Angestellten suchen: "Gucken Sie nicht nur auf die Noten, sondern auch auf die Persönlichkeit." Denn Vertrauen entstehe durch persönliche Begegnung, Beständigkeit und Zuverlässigkeit. Für Fußballfans drückte der Rheinländer es noch etwas prägnanter aus: "Was zählt, ist auf’m Platz." Damit rannte er bei seinem Parteikollegen, Landrat Volker Meyer, wohl offene Türen ein. "Geht zu den Ausstellern, traut euch, stellt Fragen, seid neugierig!", appellierte er an die Schüler. Denn die Unternehmen suchten wissbegierige junge Menschen.
Auch Meyer hatte – wie Wolfgang Bosbach – keinen geradlinigen beruflichen Werdegang. Nach zwei abgeschlossenen Ausbildungen, als Polizist und Bankangestellter, zog es ihn schlussendlich in die Politik. "Manche haben während der Schulzeit schon einen Plan, manche nicht. Das ist normal", schickte er beruhigende Worte an unentschlossene Schüler. Berufsorientierung sei ein Prozess. "Man probiert aus und lernt."






